Die Farbmaus erste Überlegungen bei der Anschaffung
Die Farbmaus ist ein sehr neugieriges, munteres, soziales und verspieltes Tier. Sie liebt die Gesellschaft und sollte niemals auf Dauer als Einzeltier gehalten werden. Ohne einen Partner zum spielen oder kuscheln leidet eine Maus schrecklich und vor lauter Langeweile fressen sich Einzeltiere meist kugelrund und werden träge. Dies wiederum verkürzt ihr sowieso recht kurzes Leben von max. 3 Jahren ganz enorm.
Ein paar Daten:
Körperlänge
mit Schwanz ca. 13 - 19 cm
Gewicht: Weibchen 25 - 45 g, Männchen 30 -
50g
Alter: 1 - 3
Jahre (Männchen werden deutlich älter als Weibchen)
Tragezeit: 20 - 22 Tage
Säugedauer: 21 - 28 Tage je nach
Wurfgröße
Anzahl der Jungen pro Wurf : 5 - 15 (Durchschnitt 7 -
8)
Geburtsgewicht: ca.
1g
Behaarung: Beginn ab 3. Tag, volle Behaarung am 10.
Tag
Öffnen der Augen: 10 - 14.
Tag
Erste Feste Nahrung: 12 - 14.
Tag
Erstes verlassen des Nestes: 12 - 16.
Tag
Geschlechtsreif: mit 28 - 46
Tagen
Ausgewachsen: mit 5 - 6
Monaten
Zuchteinsatz: nach 12 Wochen
Die niedlichen Nager gibt es in vielen verschiedenen Farben und Fellvariationen und man hat oft die Qual der Wahl.
Nun steht man vor der Überlegung Männchen oder Weibchen
Weibchen kann man problemlos auch in großen Gruppen von ca. 12 Tieren halten, bei Männchen ist eine große Gruppenhaltung nicht zu empfehlen, da einerseits die Männchen stark ihr Revier markieren und es sehr deutlich riecht und andererseits kann es schnell zu blutigen Machtkämpfen kommen, sogar mit Todesfolge. Es ist fast unmöglich zwei erwachsene Mäusemännchen aneinander zu gewöhnen, bei den Weibchen erfordert es etwas Geduld ist aber so gut wie immer Erfolgreich. Mäusemännchen kann man am Besten zu zweit oder zu viert halten, hier sollte man darauf achten das es Brüder aus einem Wurf sind. Brüder vertragen sich fast immer auch auf Dauer sehr gut ohne große Streitereien. Der große Nachteil der Männchen ist der starke Geruch den sie verbreiten, die Vorteile den Weibchen gegenüber sind aber die große Aktivität, fast den ganzen Tag über munter, ihre Verspieltheit und ihr deutlich höheres Alter. Ich habe auch festgestellt das Männchen intelligenter sind und viel zahmer werden als die Weibchen. Die meisten meiner Weibchen sind sehr zurückhaltend und eher ängstlich. Möchte man nur Weibchen halten sollten es meiner Meinung nach mind. vier sein. Die Mäusedamen in Zweier und auch Dreiergruppen sind doch eher verschlafen (selten vor 20 Uhr wach) und neigen schnell zur Langeweile, besser ist es in größeren Gruppen sie fühlen sich dort deutlich wohler. Zwei Mäusemännchen dagegen kennen keine Langeweile und sind sobald sie jemanden am Käfig bemerken sofort hell wach und wollen spielen oder ein Leckerbissen haben. Erstaunlicherweise lassen sich die meisten Männchen auch aus ihrem Tiefschlaf gegen Mittag nur durch Zuruf der Namen wecken, bei den Weibchen hat das nur durch Zufall mal geklappt. Die Tiere sind dann aber nicht mürrisch wie ein Hamster sondern warten neugierig auf die Dinge, die da auf sie zukommen. Die Damen legen sich allerdings schnell wieder schlafen, während die Herren 1-2 Stunden munter bleiben. Im Winter sind die Mäuse deutlich früher wach als im Sommer meist schon bei beginn der Dämmerung. Ideale Gruppengröße meiner Meinung nach sind 6 oder 8 Mäusedamen oder 2 oder 4 Mäusemännchen, von ungraden Gruppenzahlen Rate ich eher ab.
Ein Pärchen
Nun noch ein paar Worte zur Pärchenhaltung, denn auf Dauer ist das keine Lösung es sei denn man möchte ganz schnell zu 100 Mäusen kommen, dies kann ohne Abtrennung der Jungtiere nach nur 3 Monaten der Fall sein. Dies ist schlichtweg unverantwortlich!!! Nach spätestens 6 - 8 Würfen in folge ist das Weibchen stark geschwächt und anfälliger für Krankheiten. Die Mäusemutter kann dann meist die Mäusebabys nicht mehr optimal versorgen und kann sogar bei der Geburt sterben. Die Folge sind unter anderem stark kränkelnder Nachwuchs mit einer geringen Lebenserwartung, häufig deutlich unter 1 Jahr. Genauso fatale Folgen zieht eine zu frühe Trächtigkeit mit sich, denn die jungen Mäusemamas sollten bei ihrem ersten Wurf mind. 3 Monate alt sein, besser sogar 4 Monate. Selbst mit 4 Monaten ist das Weibchen noch nicht voll ausgewachsen und es ist nie gut wenn Teenager Babys bekommen. Aber leider passiert es viel zu häufig, da die kleinen ja sehr frühreif sind, denn schon mit 28 Tagen kann ein Weibchen gedeckt werden. Sind sie noch sehr jung verkürzt sich die Lebensdauer der Mäusemütter deutlich und das ihrer Babies auch. Viele dieser Babies werden nicht mal 6 Monate alt!!! Leider werden in manchen Zoogeschäften genau solche Mäuse bevorzugt verkauft, hier zählt nur die zu verkaufende Masse und dient meistens als Reptilienfutter!!! Ich spreche da leider aus Erfahrung.
Also Vorsicht an den Futtermäusen hat man selten lange Freude!!!