Wenn man junge Männchen im Alter von knapp unter 4 Wochen bekommen hat, wird man im Laufe der nächsten Tage oder Wochen eine deutliche Veränderung des Geruchs bemerken und man müsste ebenfalls häufiger kleine Kämpfe der Männchen untereinander feststellen.
Beides sind deutliche Anzeichen dafür, dass die Tiere die Geschlechtsreife erreichen!
Durch Eintreten der Geschlechtsreife entwickelt jedes Männchen erst die volle Reife seiner Duftdrüsensekrete und das Verlangen sein Revier damit abzugrenzen.
Die Kämpfe untereinander sind nötig um eine Rangordnung festzulegen. Auch gegenseitiges Besteigen findet häufig statt und dient als Machtdemonstration.
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Eine typische Kampfszene!!!
Der Große versucht den Kleinen in seine Schranken zu verweisen. |
Bei etwas größeren Gruppen um die 4 bis 5 Männchen ist das Ermitteln einer Rangordnung deutlich erleichtert. Hier kristallisiert sich recht schnell das dominanteste Mäusemännchen heraus. In diesem Fall muss er seine Position nicht nur gegen ein sondern gegen mehrere Männchen behaupten. Dafür benötigt er nicht nur starkes Dominanzverhalten, sondern auch Ausdauer und Intelligenz.
Aber auch eine zu große Männchengruppe kann Probleme mit sich bringen. Je mehr Mitglieder die Gruppe hat desto schwieriger ist es für ein Männchen allein die Führung zu übernehmen, was zum Dauerstreit um die Führungsposition führen kann. In einigen seltenen Fällen einigen sich zwei oder drei Männchen die Führung gemeinsam zu übernehmen.
Die Ermittlung oder der Aufbau der Rangordnung kann manchmal einige Wochen dauern, in dieser Zeit markieren die jungen Männchen was das Zeug hält um sich gegenseitig ihre Machtposition oder Männlichkeit zu beweisen. Das kann dann zu erheblichen Geruchsbelästigungen führen, die aber nur während dieser Sturm und Rangzeit so extrem ist.
Wenn man junge Weibchen im Alter von 4 Wochen bekommen hat, wird man im Laufe der nächsten Tage oder Wochen nur wenige Veränderungen bemerken.
Durch Eintreten der Geschlechtsreife erleben die Tiere einen heftigen Hormonschub. Man bemerkt bei den jungen Damen plötzlich auftretende Besteigungsversuche untereinander und wilde Jagdzehnen durch den ganzen Käfig.
Die jungen Weibchen erleben ihre erste Brunst und das kann einige Unruhen im Gruppenverband auslösen!
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Das Aufreiten!
Das Besteigen zwischen den Weibchen dient oft zum Abreagieren wenn die aufreitende Maus gerade brünstig ist. |
Das Besteigen dient hier hauptsächlich zum Abreagieren durch die ungewohnte Situation, aber mitunter dient sie auch zur Machtdemonstration untereinander. Auch bei den Weibchen erlangen nun erst die Drüsensekrete die volle Reife was man auch anhand der schleifenden Fortbewegung mit zum Boden gedrückten Hinterteil erkennen kann. Denn auch Weibchen markieren ihr Revier und ihre Lieblingsplätze.
Da Weibchen aber keine Hierarchie untereinander aufbauen also alle gleichgestellt miteinander leben, bleiben hier Revier- und Rangordnungskämpfe aus.
Es kristallisiert sich aber nach einer Weile des Zusammenlebens oft eine sehr dominante Dame aus fast jeder Weibchengruppe heraus, die zu einer Art Anführein der ganzen Gruppe wird.
Diese Anführein ist oft das älteste oder das mutigste Weibchen der Gruppe, sie hebt sich durch ihr Macht und Imponiergehabe von den anderen Mäusen hervor, ist aber nicht mit einem männlichen Anführer zu vergleichen. Sie genießt es zwar oft als Erste zu fressen und bestimmte Lieblingsplätze zu besitzen zu denen nur ausgewählte Gruppenmitglieder Zugang haben ohne das es Streit gibt und grenzt am deutlichsten das Revier ab, aber sie nimmt Verstöße nicht wirklich bitter ernst und Verteidigt ihren Standpunkt nicht bis aufs Blut.
Probleme beim Zusammensetzen von zwei Mäusegruppen verursacht mitunter ähnliche Macht und Rangordnungskämpfe wie bei den Männchen, nur streiten sich hier speziell die Tiere die vorher in jeder Gruppe schon eine dominante Position hatten.