Kurze Haltungsinformation der Farbmaus


Farbmäuse sind klein, putzig, billig und sehr leicht zu bekommen, somit sind sie häufig die Einsteigernagetiere. Leider werden sie doch noch viel zu häufig nicht artgerecht gehalten, zu kleine Käfige für zu viele Mäuse, Einzelhaltung, zu wenig Spielzeug und Abwechslung und falsches Futter. 

So langweilig bitte nicht!!!

Da die Mäuse leider nur ein ganz schwaches Immunsystem besitzen gibt es eine Reihe von Bedingungen, die erfüllt werden müssen damit sie Gesund bleiben und man lange Freude an den possierlichen Tieren hat. Ein zu kurzes Mäuseleben ist nicht selten auf Haltungsfehler zurückzuführen. 
Ganz wichtige Bedingung Mäuse niemals für längere Zeit alleine halten!!! Hat man eine Einzelmaus bitte niemals eine fremde Maus einfach hinzusetzen, es kommt zu Beißereien. 
Die Tiere müssen langsam aneinander gewöhnt werden. Siehe im Kapitel Vergesellschaftung.

 

Käfig und Einstreu

Der Käfig sollte für zwei bis vier Mäuse nicht kleiner sein als 60 x 30 cm, besser noch größer sein. Für größere Gruppen ab 6 Mäusen muß der Käfig mind. 50 x 50 cm, besser 70 x 40 cm Grundfläche haben. Als Mindestmaß gilt: 70 x 50 cm x 70 cm.

 Er sollte auch mehrstöckig oder aus mehreren kleineren Einheiten bestehen und natürlich noch größer sein. Die meisten Gitterkäfige sind nicht so toll geeignet und sind zu klein, man muß hier auf den Gitterabstand achten er darf nur max. 0,7 cm betragen, sonst entwischen die kleinen Nager. Besser geeignet sind Nager-Terrarien aus Glas oder Plexiglas. Aquarien sollten nur max. 30 cm hoch sein, besser wären 20 - 25 cm da ansonsten die Frischluftzufuhr unzureichend ist und es schnell zu Atemwegserkrankungen kommen kann. Plexiglaskäfige können höher sein, da man hier problemlos Lüftungslöcher oder Schlitze auch im nachhinein bohren oder hineinschneiden kann. Eine Drahtabdeckung muß vorhanden sein. Für Notfälle oder Neulinge ist es wichtig noch einen kleineren Zusatzkäfig zu besitzen. Das Mäuseheim sollte weder an einer warmen Heizung, noch direkt am Fenster und vor allem nicht in einem Raum in dem häufig geraucht wird aufgestellt sein. Laute Musik ist für ihre empfindlichen Ohren pure Tierquälerei und sie werden sehr nervös und krankheitsanfällig. 

Gegen den Mäusegeruch hilft nur die richtige Wahl der Einstreu und regelmäßiges Saubermachen.

Als Einstreu benutze ich eine Mischung aus Holzstreu von Pitti (Pellets) und gewöhnlichem Heimtierstreu (Holzspäne). Die Pellets sind sehr saugstark und geruchsbindend und leisten besonders in den Käfigecken (zwei dienen meist als Klo) gute Dienste. Stohpellets kann man auch verwenden diese fangen aber schneller an zu riechen. Aber bitte kein Torf oder Sägemehl verwenden, es ist zu fein für die Mäusenasen.

 

Einrichtung und Spielzeug

Vorhanden sein muß:

Ein oder zwei Futterschalen, eine Trinkflasche und pro Maus eine Versteckmöglichkeit oder Häuschen z.B. Holzhäuschen, Papprollen, Pappschachteln, Blumentöpfe mit Löchern aber bitte keine geschlossenen Kunststoffhäuschen.

Als Nistmaterial am besten Heu und Toilettenpapier.

1 Laufrad sollte vorhanden sein (am besten sind Metallräder), hat man eine große Mäusegruppe besser 2 oder 3 Laufräder aufstellen um Streit zu vermeiden.

Ein paar Äste (Obstbäume, Birke, Buche) sind auch ganz wichtig zum herumklettern und zernagen. Sind die Äste frisch wird die Rinde gern gefressen (viele Mineralstoffe).

Weitere Spielsachen können sein Seile, Hängematte, Klettertürme, große Steine, erhöhte Sitzbretter oder die diversen Holzgegenstände aus dem Zoogeschäft. Siehe auch unter Einrichtung und Spielzeug.

                                                  

Reinigung

Normalerweise sollte der Käfig komplett ca. alle 3 bis 4 Tage gesäubert werden, auch die Spielsachen, aber bitte nur mit viel heißem Wasser. Aber bitte keine nassen Einrichtungsgegenstände aus Holz oder Ton sofort wieder in den Käfig stellen, es droht eine Erkältung. Aus diesem Grund ist es gut einige Gegenstände doppelt zu haben um dann schnell wechseln zu können. Hat man mehr als 3 Mäuse in einem Käfig müssen täglich die Toilettenecken gesäubert werden, egal wie groß der Käfig ist.

Wichtige Sonderregel bei reinen Männchengruppen

Bei den Männchen sollte der Wechsel von Streu und Einrichtung niemals am selben Tag erfolgen, sondern an zwei verschiedenen Tagen, es kommt sonst zu vermehrten Revierstreitigkeiten und zu starken Markierungen des Käfigs. Das heißt der frisch gereinigte Käfig würde innerhalb einer halben Stunde schlimmer riechen wie vor dem Saubermachen. Die Revierstreitigkeiten können aber auch auf einmal so heftig werden, das ein Männchen das andere zu Tode beißen würde, selbst den eigenen Bruder; und das möchte man doch nun wirklich nicht. In diesem Fall kann nur noch die endgültige und vor allem rechtzeitige Trennung helfen.

Futter

Richtiges und gesundes Futter ist sehr wichtig für ein langes und gesundes Mäuseleben und wird von vielen Leuten einfach unterschätzt. Man kann fertige Mischungen für Hamster oder Rennmäuse geben, nur leider werden viele Futterbestandteile nicht gerne gefressen sie sind zu grob. Fertiges Mäusefutter wie z.B. von Vitakraft ist meiner Meinung nach zwar gut, aber sehr teuer. Näheres unter Ernährung.

Ideal ist eine Mischung aus Hamsterfutter, Wellensittichfutter, geschälten Haferkörnern und Getreideflocken (für Müsli) zu gleichen Teilen (Zu bekommen im Reformhaus oder einer Bioecke im Supermarkt).

Wichtig nicht zu viele Sonnenblumenkerne und Nüsse!!!

Ein Teelöffel Körnerfutter pro Maus und Tag genügen!!! Bitte nicht überfüttern. Mäuse kennen kein Sättigungsgefühl. Am besten am frühen Abend und immer zur selben Zeit füttern.

Jeden Tag ein kleines Stück Gemüse oder Obst vervollständigen die Nahrung. Beliebt sind Eisbergsalat, Löwenzahn, Salatgurke, Wassermelone und süße Äpfel.

Zum Nagen sollte immer etwas hartes Brot oder Hundekuchen vorhanden sein. Aber bitte kein Weißbrot!!!

Wichtig für alle Jungtiere bis sie ca. 2 Monate alt sind. Tägliche Gabe von etwas Katzentrockenfutter, sie benötigen es unbedingt für eine gesunde Entwicklung.

 

Vorsichtig und vor allem sparsam mit ungesunden Leckerbissen umgehen. Siehe auch unter Ernährung Leckerbissen!

Wenn man eine Erkältung hat sollte man sich beim Umgang mit den Mäusen vorsehen, sie können sich schnell anstecken und das kann ihren Tod bedeuten.