Mäusenachwuchs zu bekommen ist eine wirklich drollige und interessante Angelegenheit, aber man sollte einige Dinge im Voraus planen und vor allem wissen was wird aus dem Nachwuchs. Hat man geeignete Unterkünfte für die Kleinen? Will man den Nachwuchs behalten braucht man auf jeden Fall Zusatzkäfige und vor allem Platz. Wenn man ihn privat abgeben will sollte man nicht enttäuscht sein nur die Weibchen los zu werden. Eine Zoohandlung zu finden die den Nachwuchs nimmt ist auch nicht einfach, je nachdem wo man wohnt. Viele Zoohandlungen nehmen den abgegeben Nachwuchs nur als Reptilienfutter darüber sollte man sich im klaren sein.
Die kleinen sind 8 Tage alt.
Man sollte ein Aquarium oder ein Terrarium als Käfig für die Eltern wählen, aus einem Gitterkäfig mit ca. 0,7 cm können die ganz kleinen Mäusebabies entwischen, je nach dem wie unternehmungslustig sie sind.
Man sollte ihnen kein geschlossenes Holzhäuschen und auf gar keinen Fall ein geschlossenes Kunststoffhäuschen anbieten, da sich durch die Ausscheidungen der Kleinen schnell Feuchtigkeit bildet und ihre Gesundheit gefährdet.
Ich bevorzuge extra zurechtgeschnittene große, stabile und luftige Pappkartons und viel Nistmaterial. In den Karton kann man ein Sichtfenster und ein Einschlupfloch hineinschneiden, den Boden sollte man ebenfalls herausschneiden.
Durch das Sichtfenster hat man die Möglichkeit in die Kinderstube zu blicken, es sei denn das Guckloch ist total verbaut worden, hier hilft es
vorher ein Stück Pappe von Außen an die Glasscheibe zu kleben.
Als Nistmaterial habe ich feines Heu, Papier und Toilettenpapier angeboten.
Man sollte besonders gut saugende Einstreu wählen und ein paar Tage vor der Geburt das letzte mal gründlich reinigen. Auf keinen Fall ein vorhandenes Nest zerstören oder entsorgen. Danach reinigt man den Käfig erst wieder
gründlich wenn die Babies geöffnete Augen haben und anfangen herumzulaufen.
Die Kloecken sollte man selbstverständlich ab und zu grob reinigen, dabei die
Mäusemama aber nicht zu stark beunruhigen.
Es entsteht nach 14 Tagen immer eine nicht zu unterschätzende Geruchsbelästigung.
Die Tragzeit dauert ca. 21 Tage und man kann am zugenommenen Gewicht ungefähr abschätzen
wie viele Babies zu erwarten sind und wann es soweit sein wird. Ungefähr 2g zugenommenes Gewicht entspricht einem Baby kurz vor der Geburt. Stark zunehmen wird die Mäusemama aber erst nach dem 17. Tag ihrer Tragzeit also 4 bis 5 Tage vor der Geburt.
Ganz wichtig ist die Ernährung während der Tragzeit und des Säugens.
Viel Grünfutter oder Obst, auch mehrmals am Tag geben und mineralienreiches Trinkwasser anbieten. Ganz wichtig für die Entwicklung der Kleinen ist eine ausreichende Menge an Eiweiß anzubieten in Form von Katzen oder Hundetrockenfutter, Hundekuchen, mageres Rindfleisch oder gekochtes Eigelb. Man muss ausprobieren was die Mäusemama gerne frisst, meine Mäuse stehen total auf die weichen Katzensnacks in Stangenform.
Verweigert sie die Eiweißnahrung, werden sehr kleine Babies geboren, die meist unter Wachstumsstörungen leiden. Ist bei mir leider
schon vorgekommen. Körnerfutter und Brot sollte man auch auf den Appetit der Mäuse umstellen.
Die Futtermenge ist ebenfalls entscheidend, wenn eine ausgewachsene Maus ca. 1 Teelöffel voll Körnerfutter frisst, verdoppelt oder verdreifacht sich die Menge während der Trag- und Säugezeit.
Ich halte es ebenfalls für sehr wichtig, das die werdende Mäusemama ein zweites Weibchen
oder das Männchen bei sich hat, welches bei der Geburt hilft, sich ebenfalls um die Kleinen kümmern kann, oder zumindest die Kleinen wärmt wenn die Mama das Nest verlässt.
In vielen Mäusebüchern steht das sich Mäusemännchen gerade mal am Nestbau
beteiligen und der Nachwuchs ihnen schnuppe sei. Ich kann das nicht bestätigen
und mir auch nicht vorstellen wie die Autoren zu der Weisheit gelangt sind.
Sowohl mein Jerry als auch mein Sammy waren sehr fürsorgliche Väter. Sammy hat
sogar Geburtshelfer gespielt, er hat die kleinen Neugeborenen saubergeleckt und
sofort gewärmt. Nur wenn das Männchen im Käfig bleibt hat man nach
spätestens 4 Wochen neuen Nachwuchs, das sollte man auf jeden Fall
bedenken.
Wichtig ist auch die Kleinen spätestens nach 4 Wochen nach den Geschlechtern zu trennen, um
vor allem Inzuchtverpaarungen zu vermeiden. Ein anderer Grund ist, das die kleinen Mäusedamen, die ja noch nicht ausgewachsen sind, mit dem zu erwarteten Nachwuchs normalerweise überfordert sind.
Schlimmer noch sie können sogar Wachstumsprobleme während der Trächtigkeit
bekommen oder schlimmstenfalls sterben. Bei sehr kleinen Würfen alles um
die 5 Mäusebabys und weniger kann es sein sie sogar schon nach etwas über 3 Wochen
trennen zu müssen um zu verhindern, das die Mutter wieder gedeckt wird. In diesem Fall wäre es besonders gut wenn die Weibchen noch
bei der Mutter und die Männchen noch bei dem Vater bleiben würden um genügend
lernen zu können. Aber Vorsicht!!! große Vater und Sohn Gruppen sind
keine guten Dauerlösungen.
Abgegeben werden sollten die Kleinen aber frühestens erst nach dem 30. Lebenstag, besser noch etwas später, damit sie von ihren Eltern auch noch genügend Sozialverhalten für ihr späteres Leben mitbekommen können. Eine zu frühe Trennung kann leider massive Verhaltungsstörungen hervorrufen.
Mäusedame |
Mäusemann |
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So einfach zu unterscheiden sind nur
erwachsene Tiere oder zumindest Tiere die schon Geschlechtsreif
sind.
Im Alter von 3 bis 4 Wochen kann man sich leider nur nach dem Abstand von After und Geschlechtsöffnung orientieren. Diese ist beim Weibchen etwas kleiner. Beim Vergleich der Tiere miteinander ist es aber gut zu sehen. |
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Weitere Allgemeine Hinweise zum Brunstzyklus der Farbmaus, Trächtigkeit, Geburt und Entwicklung der Mäusebabys findet ihr auch noch hier: