Unser erster Mäusenachwuchs, endete fast in einer Katastrophe

Bei mir hat es sich so ergeben, das Flocke ein Singleleben führen mußte, da er die anderen Männchen nur gejagt und gebissen hat. Also entschloss ich mich Susie mein fürsorglichstes und kräftigstes Weibchen zu ihm zu setzen. Die Beiden hatten am Anfang leichte Differenzen, aber schon am nächsten Tag gab Susie den Ton im Aquarium an. Susie und Flocke Der zickige und bissige Flocke verwandelte sich in einen echten Mäusekavalier, der Susie immer das fressen ließ was sie gerade wollte, auch wenn sie es ihm aus den Pfoten riß. Er kuschelte ganz lieb mit ihr und putzte sie stundenlang. Einen Fehler habe ich aber gemacht worüber ich mir am Anfang keine Gedanken gemacht hatte. Susie war noch nie ein Nestbaufreak und Flocke auch nicht, Susie überließ solche Aufgaben immer Luzie und Fips nur waren die nicht da. Luzie oder Fips noch dazu zusetzen war leider auch nicht mehr möglich da Flocke sofort auf sie los ging, war ja eigentlich vorauszusehen.
Die ersten Anzeichen der Trächtigkeit, wie verstärkter Appetit und stärkerer Nestbautrieb blieben lange aus erst nach ca. 5 Wochen entwickelte Susie dann doch verstärkten Hunger auf seltsame Dinge, die sie vorher nicht aß. Doch aus dem Nestmaterial was sie bekam ein Nest zu bauen kam ihr nicht in den Sinn. Sie wurde immer dicker und ich immer besorgter ohne warmes Nest für die Babies. Also baute ich ihr aus einem Pappkarton und viel Toilettenpapier und Heu ein Nest sie ignorierte es einfach. Susie schlief lieber in den Pappröhren oder aber an ihrem neuen Lieblingsplatz in einem für Flocke selbst gebauten Metallturm ohne Nistmaterial.

Ich hab zwischendurch immer mal meine Susie vorsichtig gewogen, zur Gewichtskontrolle um abzuschätzen wie lange es noch bis zur Geburt hin ist. Als sie aber von einem auf den anderen Tag 4 g zugenommen hatte, war mir klar es würde nicht mehr lange dauern. Ich habe hin und her überlegt ob ich Flocke herausnehmen sollte oder nicht, die Tatsache wenn er bleiben würde, käme in ca. 4 Wochen neuer Nachwuchs und das wollte ich dann doch nicht. Also war die arme Susie nun auf sich allein gestellt und meine Sorge um die Babies wuchs. Am späten Vormittag des 20. 08. war es dann soweit ich hab es zufällig gemerkt weil ich ihr eine neue Grünfutterration geben wollte. Ich war entsetzt sie saß in ihrem Metallturm und bekam gerade das zweite Baby. Ich konnte alles genau mit ansehen die ganze Geburt. Zuerst kam der Kopf und die Pfoten der kleinen zum Vorschein eingehüllt in die Fruchtblase, welche von der Mäusemama aufgebissen wurde. Das Neugeborene wurde sofort intensiv abgeleckt. Zum Schluß kam die Nachgeburt, welche aufgefressen wurde. Bei der ersten Nachgeburt dachte ich sie frißt ihr Baby auf, was ja durchaus passieren kann, besonders unvorbereitet und so ganz ohne Nest. Ich merkte wie nervös Susie wurde als die drei ersten Babies auf dem kalten Aquariumboden ohne Schutz herumlagen, sie versuchte sie mit etwas Streu zuzudecken, nur mit den Holzpellets geht das natürlich nicht. Ich besorgte schnell etwas Toilettenpapier bevor Susie vor lauter Panik doch noch die Babies verspeiste. Sie nahm das Toilettenpapier und versuchte ein Nest zu bauen mitten in der Geburt, es klappte natürlich nicht so richtig aber ihre kleinen waren jetzt abgedeckt. Durch das Papiergewuschel konnte ich jetzt nicht mehr richtig erkennen wievil Babies es noch geworden sind, aber nach nicht ganz 2 Stunden war die Geburt zu Ende und Susie rannte weg. Sie trank sehr viel und fraß alles was noch in ihrer Schale war und legte sich dann in dem Pappkarton schlafen und ließ ihre Babies einfach im Stich. Ich machte mir große Sorgen um die kleinen und deckte sie mit Toilettenpapier gut zu. Ich entfernte auch die blutigen Stücke und versuchte die Babies zu zählen ich konnte nur 5 Zählen, erschien mir für die Geburtsdauer doch sehr wenig zu sein. Mir blieb nichts anderes übrig als abzuwarten, ich hoffte natürlich das sie wieder zu ihren Babies zurückging. Nach ca. 2 Stunden tat sie es dann auch, sie guckte ihre Babies ziemlich ungläubig an und ich hatte den Eindruck sie kann mit ihnen nicht richtig was anfangen. Sie wütete durch die Papierfetzen und brachte alles durcheinander, ich konnte ein einsames Baby unter dem Papierberg erkennen, welches sie überhaupt nicht war nahm. Sie säugte ein Teil der Babies und lief wieder weg. Nun versuchte ich mit einer Pinzette das verschüttete Baby zu den anderen zu legen und entdeckte noch ein Baby es sah sehr dunkelrot aus und ich dachte schon es wäre tot, aber es lebte. Es waren sieben Babies alle furchtbar winzig und am quieken. Ich versuchte das Papier so anzuordnen, das die Babies nicht wieder verloren gehen konnten und deckte sie leicht ab. Susie verhielt sich auch weiterhin nicht sehr fürsorglich, denn sie schlief ganz plötzlich lieber in meinem Nestkarton als bei den Babies. Aber ganz vernachlässigt hat sie sie dann doch nicht. Aber das schöne an dem Metallturm war man konnte genau die Entwicklung der Babies verfolgen. Susie fraß nun in jeder freien Minute und wenn sie mich sah bettelte sie ständig um Leckerbissen.
Susie beobachtet den Nachwuchs Sie fraß Unmengen an Salat und Löwenzahn, sogar am Apfel knabberte sie, den hat sie vorher immer ignoriert. Cornflakes und Maiskroketten waren ihre Lieblingsspeisen, gefolgt von Katzentrockenfutter nur Getreidekörner ließ sie Links liegen, Haferflocken und Sonnenblumenkerne knabberte sie etwas an der Rest blieb immer liegen. Knäckebrot und Hundekuchen knabberte sie auch noch genüßlich, sie ließ sich immer Zeit beim Essen. Nach ein paar Tagen blieb sie auch tagsüber länger bei den Babies oder beobachtete sie wenigstens genau oder wohl eher fassungslos. Es war ja nicht kalt draußen aber dennoch hatte ich immer Angst die Babies müssen frieren, wenn sie Stundenlang allein gelassen wurden.



Susies Nachwuchs im Alter von 10 Tagen Links seht Ihr die Babies im Alter von 9 Tagen.
Mit 12 Tagen waren sie schon so groß, das sie Mühe hatten alle gleichzeitig bei der Mama zu trinken (Rechts).
Mittagszeit bei der Mäusefamilie

Alle Sieben entwickelten sich wider erwarten prächtig, nur leider sehen alle fast genau gleich aus, was ein auseinanderhalten und die Geschlechtsbestimmung erschwert hat. Aber nach 3 ½ Wochen war es dann endlich klar 5 Männchen und 2 Weibchen.

Susie und die Kleinen ziehen ins neue Haus Zum guten Schluß ist die Familie doch in die Kiste, die als Nest dienen sollte umgezogen.
Die Kleinen sind jetzt etwa 16 Tage alt.
So klein sind wir nicht mehr!

Wenn man früh anfängt die kleinen Mäuschen in die Hand zu nehmen werden sie ganz schnell zahm ganz ohne Leckerbissen.
Ganz besonders zahm wurden die Männchen, ich brauche nur an dem Käfiggitter klappern, schon kommen sie angelaufen. Wenn man jetzt die Hand in den Käfig hält fangen sie sogar an sich gegenseitig wegzuschubsen weil jeder der erste sein will um meinen Arm hinaufzuklettern. Die Mäuse aus den Zoohandlungen wurden alle nicht so zahm wie der Nachwuchs, mit Ausnahme, meiner Luzie.